Die Milch der Menschenliebe.

William Shakespeare
(1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: Shakespeare, Macbeth, um 1608, gedruckt 1623; hier in der Übersetzung v. Friedrich Schiller 1800

Nichts wird saurer als Milch.

Aus England

Im Frieden schmeckt Milch süß.

Aus Somalia

Des Unglücks süße Milch: Philosophie.

William Shakespeare
(1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: »Romeo und Julia«, 1595

Der Wein ist die Milch der Greise.

Aus Frankreich

Auch nachts ist die Milch weiß.

Aus Südafrika

Die lautesten Kühe geben die wenigste Milch.

Sprichwort aus dem Emsland

Kaffee ist die Milch der Denker und Schachspieler.

Aus Arabien

Auch schwarze Kühe geben weiße Milch.

Unbekannt

 

Die Kühe, die am meisten brüllen, geben die wenigste Milch.

Deutsches Sprichwort

 

 


Brüste, die Milch enthalten, können keine Intelligenz enthalten.

Aus Somalia

Trockener Humor: die pulverisierte Milch einer feuchteren Denkungsart.

© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor

Geduld – mit der Zeit wird aus Gras Milch.

Aus China

Aman Iman - Wasser ist Leben.
Ach Assuder - Milch ist Nahrung.

Von den Tuareg

Wo Milch und Honig fließen, geht es sehr klebrig zu.

© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor

Wenn die Milch nach Krypton schmeckt,
hat’s im AKW geleckt.

Unbekannt

Anscheinend haben Europäer anstatt Blut laue Milch in den Adern.

Voltaire
(1694 - 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

Quelle: »Candide ou l'optimiste«, 1759 anonym erschienene satirische Novelle; 1776 erschien eine deutsche Übersetzung unter dem Titel »Candide oder die beste aller Welten«

Die Ehe war zum größten Teile
verbrühte Milch und Langeweile.

Kurt Tucholsky
(1890 - 1935 (Freitod)), Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Sch

 

Eine Geliebte ist Milch, eine Braut Butter, eine Frau Käse.

Carl Ludwig Börne
(1786 - 1837), deutscher Journalist, Literatur- und Theaterkritiker, eigentlich Juda Löb Baruch

Quelle: Börne: »Gesammelte Schriften. Sechster Theil. Fragmente und Aphorismen«, Hamburg, Hoffmann und Campe, 1829

Vielleicht bin ich heute die Brust, die dir Milch gibt. Vergiß aber nicht: Es ist nicht meine Brust die dich nährt, es ist die Milch.

Aus Griechenland

Die Kollegin ist wie eine Flasche Milch. Wenn man sie stehenläßt, wird sie sauer.

Spontispruch

Männer sind wie Milch, läßt man sie stehen werden sie sauer.

Unbekannt

Was mit Wein und Gesang anfängt, endet oft mit Milch und Gebrüll.

Unbekannt

Kühe dürfen nicht schnell laufen, damit sie ihre Milch nicht verschütten.

Stilblüte

Quelle: Humor aus Kindermund

Es stimmt nicht, daß die Kühe Milch geben. Die Bauern nehmen sie ihnen weg.

Stilblüte

Quelle: Aus einem Sch

 


In gärend Drachengift hast du die Milch der frommen Denkart mir verwandelt.

Johann Christoph Friedrich von Schiller
(1759 - 1805), deutscher Dichter und Dramatiker

Quelle: Schiller, Wilhelm Tell, 1804

Willst du Butter vom Amt, schicke einfach Milch auf dem Dienstweg.

© Gräfin Fito

Wenn man die Heilige Schrift zu sehr drücke,
so drücke man anstatt Milch Blut heraus.

Ulrich von Augsburg
(890 - 973), Bischof zu Augsburg von 923 bis 973

Quelle: Sagte er von denjenigen, die alle Geheimnisse der Heiligen Schrift mit menschlicher Vernunft ausklügeln wollten

Milch ist die Steuer, die das Rindvieh zahlt,
weil es sich am Gras gütlich tut.

© Thomas Häntsch
(*1958), Fotograf

Alkohol löst keine Probleme.
Andererseits tut Milch das aber auch nicht.

© Willy Meurer
(*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

Eine Kohle wird nicht weiß, und wenn man sie
auch mit Milch wasche.

Aus Sri Lanka

Quelle: Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, Druck und Verlag von Gebrüder Körner, Stuttgart, um 1900

Gleiche Gabe, ungleiche Wirkung

Selbst aus Gift macht Milch die Kuh,
Gift aus Milch die Schlange:
Hältst du andern etwas zu,
Sieh, wer es empfange!

© Satadana
Weisheitssprüche aus dem altindischen Sanskrit

Quelle: »Hundert Sprüche altindischer Weisheit«, 1941, Rascher Verlag Zürich und Leipzig

Daß Schein nicht Sein – du weißt's und bist gewarnt.
Entrahmte Milch wird gern als Rahm getarnt.

Sir William Gilbert
(1544 - 1603), englischer Naturforscher und Arzt, Leibarzt Elisabeths I. und Jakobs I., entdeckte die Reibungselektrizität und führte den Begriff "Elektrizität" ein

Wenn der Himmel Milch regnen würde, so hätten nur die Reichen Krüge, um sie aufzufangen.

Aus Russland

Freunde sollten sich wie Wasser und Milch verhalten,
nicht wie Wasser und Öl.

Karneades
(um 214/213 v. Chr. - um 129/128 v. Chr.), altgri

 


Gottes Wort durch die Kirchenväter auslegen heitßt,
Milch durch einen Kohlensack tragen.

Deutsches Sprichwort

Prahlst du mit deinen Wangen,
Die wie Milch und Purpur prangen,
Ach, die Rosen welken all!

Wilhelm Hauff
(1802 - 1827) deutscher Märchendichter und Romancier

Quelle: »Kriegs- und Volkslieder«, 1824,
»Reiters Morgenlied«

Haikuh II - Für Rosa

Die Milch der Rosa
ist ein Gedicht, das sagt auch
Wimschneiders Katze.

© Brigitte Fuchs
(*1951), Schweizer Autorin, Lyrikerin, Sprachspielerin

Quelle: »Salto Wortale«, edition 8, Zürich, www.edition8.ch

Haikuh V – Für Olga

Gras? Sagtest du Gras?
Gib erst wieder Milch und wir
sprechen darüber.

© Brigitte Fuchs
(*1951), Schweizer Autorin, Lyrikerin, Sprachspielerin

Quelle: »Salto Wortale«, edition 8, Zürich, www.edition8.ch

"Aber zum Teufel, wenn die Kuh viel Milch gibt,
verdient die Wiese keinen Orden!"

Sir FredericK Banting
(1891 - 1941), kanadischer Arzt, neben Charles Best der Entdecker des Insulins

Die Wahrheit ist so wie klares frisches Wasser, trinkt eine Kuh davon, wird daraus Milch; trinkt die Schlange davon, wird daraus Gift. Auch das Gift der Schlange ist Wahrheit. Die Schlange weiß nichts von der Milch der Kuh.

© Peter Lauster
(*1940), deutscher Psychologe und Autor

Natürliche Lebensmittel?
In meiner Kindheit wurde die Milch im Sommer nach wenigen Stunden sauer. Heute ist die so genannte "frische" Milch nach zwei Wochen im angebrochenen Tetrapak immer noch genießbar – und ich werde sauer.

© Marita Bagdahn
Poesiepädagogin und Autorin

Die Zeit ist eine verspielte Katze. Sie umschmeichelt einen und schlabbert den Tag auf wie eine Schale Milch.

Unbekannt

Zeig' dich in jeglich Form, um allen alles zu werden, Zucker sein in der Milch und Essig im Senf.

Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall
(1774 - 1856), österreichischer Diplomat, Orientalist und Dichter

Wäre seine Milch danach oder die Trangewinnung – der Mensch würde auch den Walfisch melken; denn der Mensch ist danach.

Emil Gött
(1864 - 1908), deutscher

 


Mir scheint, die Natur des Deutschen ist recht natürlich abgemalt in dieser Mischung von Wein, Liebe und Milch. ›Liebfrauenmilch!‹

Edmond Francois Valentin About
(1828 - 1885), französischer Schriftsteller

Quelle: »Die Spielhölle in Baden-Baden«, Reclam, Leipzig 1895

Geht milde mit den Aphorismenerklärern um, auch manch Bauer muß bekanntlich die Milch anpreisen, die er nur seinen Kühen verdankt.

© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor

Als die Maus in Milch und Honig ertrank, sehnte sie sich zurück nach dem gelobten Land, in dem nur Luft floß, von Sonne getränkt.

© Arthur Feldmann
(1926 - 2012), Studienrat und Schriftsteller österreichischer Herkunft, hatte Germanistik, Anglistik und Politikwissenschaften studiert

Quelle: Feldmann, Kurznachrichten aus der Mördergrube oder Die große Modeschau der nackten Könige. edition scaneg, München 1993

Die üppige Kraft sucht eine Arbeit. Die jungen Lämmer stoßen sich die Stirnen aneinander, wenn sie von der Mutter Milch gesättiget sind.

Johann Christian Friedrich Hölderlin
(1770 - 1843), deutscher evangelischer Theologe, Dramatiker und Lyriker (begann ab 1841 seine Gedichte mit ›Scardanelli‹ zu unterzeichnen)

Sechs Dinge gibt es, die unsere Lebensgeister gleich wieder wecken: frisches Fleisch, neuer Reis, ein junges Weib, Milch, Schmelzbutter und heißes Wasser.

Aus Indien

Wenn man Milch stößt, so wird Butter daraus, und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus, und wer den Zorn reizt, ruft Streit hervor.

Bibel
Griechisch tà biblia, Die Bücher, Buch der Bücher, Heilige Schrift, das Wort Gottes, durch Kirchenvater Chrysostomus im 4. Jh. eingeführter Name des Religionsbuches der Christenheit. Der Text folgt der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Quelle: Altes Testament. Die Sprüche Salomos (#Spr 30,33)

Was nützt die Kuh, die weder Kalb noch Milch uns gibt?
Was nützt ein Sohn, der nichts gelernt und uns nicht liebt?

Pantschatantra
indische Sammlung der Fabeln des Bidpai aus dem 3. Jh. n. Chr. umgeformt um 1200, ein Leitfaden machiavellistischer Staatskunst für die Prinzenerziehung, wurde in 60 Sprachen übersetzt

Quelle: »Das Buch der Beispiele alter Weisen«

Sie nähren sich mit der Milch ihres Wohlwollens. Wenn wir nur wüßten, daß ich seit den Tagen meiner Geburt solcher Nahrung entwöhnt wurde.

Khalil Gibran
(1883 - 1931), eigentlich Djubran Chalil, Djabran, Djibran, christlich-libanesischer Dichter, Philosoph und Maler, emigrierte in jungen Jahren in die USA, sein Lebenswerk galt der Versöhnung der westlichen und arabischen Welt

Verhandlungen
Moses, die Gesetzestafeln hochhaltend, zu den Israeliten:
"Es war ein schweres Geschäft. Wir kriegen die Milch und den Honig, aber der Paragraph gegen den Ehebruch bleibt drin."

© Kalenderanekdote

Sozialismus: Du besitzt zwei Kühe. Eine Kuh mußt du deinem Nachbarn abgeben.
Kommunismus: Du besitzt zwei Kühe. Die Regierung nimmt dir beide weg und verkauft dir die Milch. Liberalismus: Du besitzt zwei Kühe. Die Regierung nimmt dir beide weg und schenkt dir die Milch. Nationalsozialismus: Du besitzt zwei Kühe. Die Regierung nimmt dir beide weg und erschießt dich. Bürokratismus: Du besitzt zwei Kühe. Die Regierung nimmt dir beide weg und schlachtet eine Kuh ab. Die andere wird gemolken und die Milch vernichtet. Kapitalismus: Du besitzt zwei Kühe. Du verkaufst eine und kaufst dafür einen Bullen.

Unbekannt

 


Die Welt scheint schmackhaft, schmeckst du einmal sie, wie Milch und Zucker und wie Mandeln süß. Doch dem Vernünft'gen scheinen ihre Reize wie Gift und Galle, wenn er sie dann schluckt.

Nasir-i Chusrau
(† 1072), ismailitischer Dichter und Denker

Das wunderschöne, duftende, herrliche Brot! Wie gut könnten wir von Brot, Milch und Früchten leben und brauchten die sogenannten Tafelfreuden gar nicht, die so vielen Wesen das Leben kosten.

Carmen Sylva
(1843 - 1916), Dichtername der Königin Elisabeth (eigentlich Pauline Elisabeth Ottilie Luise) Prinzessin zu Wied, Königin von Rumänien, deutsche Lyrikerin und neuromantische Märchenerzählerin

Sensibilisieren wir uns für die Befindlichkeit von Randgruppen direkt in unserem Umfeld. Fangen wir gleich in der Küche an: Vielleicht ist ja die Milch nicht grundlos sauer und die Leberwurst zu Recht beleidigt. Sollte da irgendein dummes Schwein wieder mit Mobbing begonnen haben?

© KarlHeinz Karius
(*1935), Urheber, Mensch und Werbeberater

Quelle: Karius, WortHupferl-Edition. WortHupferl-Verlag

Nicht mehr denn einerlei auf einmal. Es ist dem Verstande nichts hinderlicher, als wenn man vielerlei zugleich und auf einmal lernen will, eben als wenn man Mus, Brei, Fleisch, Milch, fische in einem Hafen kochen wollte auf einmal. Sondern man soll ordentlich eines nach dem andern nehmen und das eine erst recht abhandeln, darnach zu einem andern schreiten.

Wolfgang Ratke
(1571 - 1635), auch Ratich, latinisiert Ratichius, deutscher Pädagoge, vertrat den »natürlichen Unterricht«, gegründet auf Anschauung und Muttersprache, forderte die Verantwortung des Staates für die Schulen; hatte starken Einfluss auf J. A. Comenius

Nur zu viele unter uns sehen auf den Feldern nur Kornsäcke, auf den Wiesen nur Heuschober, in den Wäldern nur Bretter zum Häuserbau oder Schlupfwinkel für das Wild. Wie viel aber gibt es selbst von diesem prosaischen Gesichtspunkt zu bewundern und anzustaunen in der wunderbaren Wandlung von Gras und Blättern, Blüten und Samen in Brot, Milch, Eier, Rahm, Butter und Honig!

Sir John Lubbock, 1. Baron of Avebury
(1834 - 1913), bedeutender britischer Anthropologe

Milchmädchenrechnung oder können Milchmädchen nicht rechnen?

Der Begriff stammt aus einer Fabel von La Fontaine. Dort bringt das Milchmädchen Perrette einen Topf Milch zum Markt. Sie rechnet sich aus, was sie bekommt, wie sie ein Huhn kauft, das Eier legt und wie sie von deren Verkauf ein Schwein und eine Kuh bezahlt. Dabei paßt sie nicht auf, stolpert, der Topf zerbricht – und ihre Rechnung geht nicht auf. Milchmädchen können also rechnen, scheitern aber an Mißgeschick oder Unwägbarkeiten.

Redensart

(So ist) die Lage des Paradieses, das den Gottesfürchtigen verheißen wurde: Darin sind Bäche von Wasser, das nicht faulig wird, und Bäche von Milch, deren Geschmack sich nicht ändert, und Bäche von berauschendem Getränk – ein Genuß für die Trinkenden – und Bäche von geläutertem Honig. Und darin werden sie Früchte aller Art bekommen und Vergebung von ihrem Herrn. Können sie wohl jenen gleich sein, die ewig im Feuer sind, und denen siedendes Wasser zu trinken gegeben wird, das ihre Därme zerreißt?

Verfasser unbekannt

Quelle: Koran

Untat, die noch nicht reif, scheint Toren süß zu sein;
Doch ist sie ausgereift, bringt sie dem Toren Pein.
(69. Vers)
Ob wochenlang ein Tor sich noch so sehr kasteit;
Wer treu der Lehre folgt, der übertrifft ihn weit.
(70. Vers)
Denn Untat setzt sich nicht, wie Milch im Sommer tut;
Sie folgt dem Toren, brennt, wie unter Asche Glut.
(71. Vers)
Sobald der Tor bemerkt, daß sie ihm Unheil bringt,
Zerstört sie, was noch gut, macht, daß sein Kopf zerspringt.
(72. Vers)

Dhammapada
»Pfad der Lehre«; das am häufigsten übersetzte buddhistische Buch, es enthält 423 Sprüche ethischen Inhalts und ist Teil des 2. Korbes des Pâli-Kanon, der Heiligen Schrift der Buddhisten

Bär

Eines der beiden Wappentiere der Börse. Ein Untier, das beständig darauf aus ist, den angesammelten Honig der Anleger aufzuschlecken.

Zahlreiche Versuche wurden bisher unternommen, den Bären zu zähmen, ihm einen Ring durch die Nase zu ziehen, um ihn damit nach Belieben führen und lenken zu können. Es war alles vergeblich. Hin und wieder gelingt es schon einmal, den Bären vorübergehend in seine Höhle zu verbannen, aber nur so lange, bis daß sein Drang nach Milch und Honig der Anleger wieder übermächtig in ihm aufkocht. Sein Bärenhunger treibt ihn dann zu neuen Unternehmungen, und er bietet den ewig hungrigen Gieraffen seine Bärendienste an. Gierig wie sie sind, greifen sie meist zu und sind so am Ende selbst häufig die Genasführten.

© Werner Fletcher
(*1952), deutscher Schriftsteller und Satiriker

Quelle: »Fletcher's Kleines Wirtschaftsbestiarium«, Wolfgang Hager Verlag, Österreich

Wißt ihr, was es heißt, ein Kind, ein armes Kind zu sein, schwach, nackt, hungrig, elend, allein auf der Welt, um zu fühlen, daß ihr um euch, dicht an euch, über euch ein Wesen habt, das geht, wenn ihr geht, stehen bleibt, wenn ihr stehen bleibt, lächelt, wenn ihr weint, – ein Weib – o nein, man weiß ja noch gar nicht, was ein Weib ist, – einen Engel um euch, der euch anblickt, der euch sprechen lehrt, lachen, – lieben; der eure Finger in seinen Händen wärmt, euren Leib in seinem Schoß, eure Seele in seinem Herzen; der euch, wenn ihr klein seid, seine Milch gibt, wenn ihr groß, sein eignes Brot, sein Leben jederzeit; – zu dem ihr sagt: "Meine Mutter!" Das zu euch spricht: "Mein Kind!" – und mit so süßem Klange, daß diese Worte Gott entzücken.

Victor Marie Hugo
(1802 - 1885), französischer Lyriker, Romantiker und Maler, Mitglied der Académie F

 



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